In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen go-e Charger PRO so konfigurierst, dass du gleichzeitig überschüssigen Solarstrom nutzt und deine Ladevorgänge an ein Abrechnungsbackend übertragen bekommst.
In einem gemeinsamen Test mit dem Hersteller haben wir bestätigt, dass der go-e Charger PRO zwei Systeme parallel bedienen kann: Unser Energiemanagement (für die PV-Optimierung via API) und ein OCPP-Backend (z. B. Rentmywallbox / Neuracharge für die Abrechnung).
Die Lösung für zwei Fahrzeuge
Dieses Setup ist ideal, wenn in deinem Haushalt Fahrzeuge mit unterschiedlichen Anforderungen geladen werden:
- Dienstwagen: Erfordert eine präzise Aufzeichnung der geladenen Energie für den Arbeitgeber.
- Privatwagen: Soll bevorzugt mit eigenem Solarstrom geladen werden, benötigt aber keine Abrechnung.
Funktionsweise: Das "Zwei-Wege-Prinzip"
Der go-e Charger PRO ist technisch darauf ausgelegt, über zwei Kanäle gleichzeitig zu kommunizieren:
- API-Schnittstelle: Über diesen Weg regelt Clever-PV dynamisch die Ladeleistung und steuert Ladepausen basierend auf deiner PV-Anlage oder einem dynamischen Stromtarif.
- OCPP-Schnittstelle: Parallel dazu sendet die Wallbox alle relevanten Daten (Zählerstände, Start/Stopp) an das Abrechnungs-Backend.
Die Testergebnisse im Detail
Szenario 1: Laden mit RFID-Freigabe (z. B. Dienstwagen)
- Ablauf: Das Fahrzeug wird angesteckt und der Ladevorgang per RFID-Key direkt an der Wallbox autorisiert.
- Ergebnis: Die Steuerung durch Clever-PV funktionierte zu 100 % zuverlässig. Selbst bei sehr langen Unterbrechungen (z. B. über Nacht oder bei Wolken) wurde der Ladevorgang korrekt fortgesetzt. Die Daten im Abrechnungs-Backend waren vollständig und korrekt.
- Status: ✅ Optimal für Abrechnungszwecke.
Szenario 2: Laden mit App-Freigabe (z. B. Privatwagen)
- Ablauf: Das Fahrzeug wird angesteckt und die Ladung manuell über die go-e App gestartet.
- Ergebnis: Die PV-Steuerung durch Clever-PV arbeitet auch hier einwandfrei. Wichtig: Da die Freigabe per App am OCPP-System "vorbei" geht, kann das Abrechnungs-Backend diesen Vorgang oft nicht korrekt verarbeiten. Für Privatfahrzeuge, die keine Abrechnung benötigen, ist dies jedoch kein Hindernis.
- Status: ✅ Erfolgreich für rein privates Laden.
Unsere Empfehlung für den Praxisbetrieb
Um maximale Stabilität zu gewährleisten und Fehlermeldungen im Abrechnungs-System zu vermeiden, empfehlen wir folgendes Vorgehen:
- RFID-Keys nutzen: Verwende für jedes Fahrzeug einen eigenen RFID-Key.
- Backend-Hinterlegung: Hinterlege auch den Key für das Privatfahrzeug im Abrechnungs-Backend.
- Kennzeichnung: Markiere den Privat-Key im Backend als "nicht abrechnungsrelevant".
Der Vorteil: Das Abrechnungs-System erkennt jede Freigabe als autorisierten Vorgang an. Dadurch werden Konflikte (wie das automatische Abschalten bei unbekannter Freigabe) vermieden, während das Energiemanagement im Hintergrund weiterhin die volle Kontrolle über die Sonnenstrom-Optimierung behält.
Zusammenfassung der Möglichkeiten
| Funktion | Status | Detail |
|---|---|---|
| Optimierung | ✅ Ja | Dynamische Steuerung via API |
| Abrechnung | ✅ Ja | Via OCPP-Backend und RFID-Start |
| Simultane Nutzung | ✅ Ja | API und OCPP arbeiten parallel |
| Ladestabilität | ✅ Ja | Zuverlässiger Neustart auch nach 12h Pause |